· 

Heiraten in Schottland Bräuche und Rituale Teil 3


 

Hochzeits-Traditionen und Heirats-Bräuche 

Auch in Schottland ist die Hochzeit ein traditionelles Fest mit vielen, teilweise sehr langen, Traditionen. In Angus und Aberdeenshire soll es der Braut zum Beispiel Glück bringen, ein Sixpence im Schuh zu tragen, während an den schottischen Grenzen zu England Heidekraut im Brautstrauß das erwünschte Eheglück bringen soll.  Finanzielle Unabhängigkeit erhofft sich das Paar durch „wedding scramble“ -  der Vater der Braut wirft hier eine Hand voll Münzen, die die Kinder aufsammeln können, während die Braut ins Brautauto steigt. 

Besonders in der Region um Fife, Dundee und Angus bekannt ist die Fußwaschung der Braut. Die Füße der Braut werden am Hochzeitsmorgen von einer älteren, glücklich verheirateten Frau gewaschen und getrocknet.  Der Ehering der Frau wird oft in das Wasserbecken gelegt und die erste ledige Dame, die ihn findet, ist die nächste, die heiraten wird. Aber auch das Brautstrauß-Werfen ist hierzulande in diesem Zusammenhang sehr gebräuchlich.

 

Wieder im Trend liegt das traditionelle „hand fasting“- Ritual. 

Vielleicht kennt ihr es aus Outlander oder andern schottischen Filmen

Braut und Bräutigam nehmen jeweils ein Stück ihres Clan-Tartans (Schottenmuster) und verbinden damit ihre Hände - ein Symbol für die Zusammenführung des Paares und ihrer Familien. Hier kommt übrigens auch der englische Ausdruck „tying the knot“ her. 

 

Heiraten Schotten in einer Kirche, wird der Brautzug oft von einem Dudelsackspieler begleitet. Zur Kirche wird der Bräutigam von der Trauzeugin und die Braut vom Trauzeugen geführt. Nachdem sie sich das ewige Versprechen gegeben haben, verlassen sie dann gemeinsam, als frisch vermähltes Ehepaar die Kirche um zum Ort der Feierlichkeiten zu gehen. 

Dort angekommen ist besonders auf größeren Hochzeitsfeiern im Nordosten des Landes der „Grand March“ beliebt. Im Grunde genommen ist es der erste Tanz, in dem jeder Gast involviert wird. Angeführt vom Ehepaar und gefolgt von Trauzeugen und Familie praktizieren alle Gäste gemeinsam einen Kreistanz (cèlidh).

Bekannt ist auch die sogenannte „Scottish Quaich“ – eine silberne Schale mit zwei Henkeln. 

Die Quaich, abgeleitet aus dem Gälischen bedeutet es schlichtweg Becher, wird mit gutem, schottischen Whisky gefüllt und auf der Hochzeitsfeier herumgereicht. Traditionell ist es der Becher, mit dem auf das Brautpaar angestoßen wird. Symbolisch steht er für das zukünftige gemeinsame Leben: zwei Familien bzw. Clans vereinen sich und zelebrieren die Bindung der Familienmitglieder. 

Modische Highlights setzt der Bräutigam oft durch das Tragen des traditionellen Schottenrocks (kilt). Oft gesehen sind auch „Fascinators“ als Kopfschmuck der Braut und Ansteckblumen für Bräutigam und Trauzeugen. Die Braut trägt zusätzlich oftmals eine Brosche, das „luckenbooth“, welche sie von ihrem Partner als Zeichen seiner Liebe geschenkt bekommen hat. Normalerweise sind in diese Silberbroschen zwei Herzen eingraviert.  

In Schottland weniger bekannt und populär ist der Polterabend, der in Deutschland zum Gelingen der Ehe beitragen soll. Die Schotten feiern dafür umso ausgelassener die beiden Junggesellenabschiede des Brautpaares (stag party und hen night). Hier werden keine Kosten und Mühen gescheut und große „letzte Nächte in Freiheit“ gefeiert. So gibt es sogar Agenturen, die sich ausschließlich mit der Organisation von Junggesellenabschieden beschäftigen. 

 

Gretna Green und andere Hochzeits-Schauplätze 

Ein kleines Dorf, das wohl jedem Schotten ein Begriff ist – Gretna Green. Wo man im 19. und 20. Jahrhundert noch hinflüchtete, um ohne Einwilligung der Eltern heiraten zu können, lässt sich auch heute noch legal eine Ehe schließen. Viele Jugendliche sind damals aufgrund der milden Eheschließungsgesetze in Schottland nach Gretna gekommen, um sich dort ihre Liebe zu beweisen. Und noch heute ist dieser Ort für Viele der Inbegriff einer Liebesheirat. Nicht nur Joschka Fischer, sondern auch einige britische Persönlichkeiten haben hier den Bund fürs Leben geschlossen.  

Rosslyn 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0